Bundesregierung plant Finanzspritze für Startups

Startups finanzielle Hilfe

Während im Jahr 2014 noch 422.000 Unternehmen gegründet wurden, sank die Zahl im Folgejahr auf nur noch 388.000. Die Gründe sind dabei vielseitig, der häufigsste sind jedoch finanzielle Schwiergkeiten. Vor allem in der Seed Phase haben viele Startups Schwierigkeiten, Kapital von externen Investoren einzuwerben. Viele Startups können sich deshalb nicht am Markt etablieren und verschwinden genauso schnell wie sie einst gegründet wurden. Der Erfolg junger Unternehmen ist jedoch für das gesamtwirtschaftliche Wachstum wichtig.

Zwar vervierfachte sich der deutsche Venture Capital Markt auf ein Volumen von über drei Milliarden Euro. Im innereuropäischen Vergleich belegt Deutschland dennoch nur den dritten Platz hinter Großbritannien und Schweden.

Die Bundesregierung hat deshalb Pläne für einen sogenannten "Tech Growth Fund" vorgelegt, der vor allem junge Unternehmen in den frühen Gründungsphasen finanziell unterstützen soll. Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und Jens Spahn, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, begründen dessen Gründung folgendermaßen:

„Den Erfolg junger, innovativer Unternehmen in der Wachstumsphase zu verbessern ist wichtig, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken und wettbewerbsfähige und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze langfristig zu sichern.“

„Nur da, wo wir echtes Marktversagen haben – beispielsweise in der frühen Seed-Phase –, fördern wir darüber mit einem Zuschuss.“

Welche neuen Instrumente sind geplant?

Venture Debt und ein neuer Tech Growth Fund

Venture Debt als Bindeglied zwischen Venture Capital- und Bankenmarkt in Form gesonderter Kredite für reifere Startups mit höheren Zinsen, kurzen Laufzeiten und einer Beteiligung des Kreditgebers an Wertsteigerungen des Unternehmens, soll zukünftig durch den Tech Growth Fund unterstützt werden. In Koopermation mit dem KfW sollen mehrere Milliarden Euro Venture Debst als Anschlussfinanzierung für Startups mobilisiert werden.Startups erhalten dabei zunächst Wagniskapital von risikofreudigen Investoren, werden ab einer gewissen Größe aber auch für Banken interessant. Ein Bindeglied zwischen dem Wagniskapitalmarkt und dem Bankenmarkt sei der in Deutschland noch schwach entwickelte Venture-Debt-Markt, schreiben Spahn und Machnig. Schnell wachsende innovative Unternehmen sollen zukünftig in allen Phasen ihrer Entwicklung in ausreichendem Maße Kapital zur Verfügung haben. Unterstützt wird dieses Vorgehen durch die seit Anfang des Jahres gelockerte Regulierung seitens KfW bei. Mit dem ERP-Fondsinvestmentprogramm kann die halbstaatliche Bank seit Jahresbeginn neben Venture-Capital-Fonds auch Venture-Debt-Fonds kofinanzieren.

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